Neunmal mussten die Landräte umziehen ...

Wer sich den heutigen Sitz der Kreis­ver­wal­tung des Rhein-Sieg-Kreises anschaut und denkt, Landrat Kühn und seine Vor­gänger hätten schon immer hier residiert, der liegt weit daneben. Denn die Geschich­te der da­maligen Landratsämter Siegburg, Uckerath sowie des Rhein-Sieg-Kreises war von vie­len Umzügen in alte, renovierte und neue Gebäude geprägt. So ging es von Uckerath (1816-1817) über Hennef (1817-1838) nach Schloss Allner (1838). Bereits 1820 übrigens wurden die 1816 gegründeten Kreise Sieg­burg und Uckerath vereinigt und 1825 in Sieg­­kreis umbenannt. Im Jahr 1840 zogen der Landrat und seine Mannen erst­mals nach Siegburg in die Holzgasse, dann jedoch noch einmal für 6 Jahre ins Schloss Allner, bevor sie 1848 endgültig in Siegburg ihr neues Domi­zil fanden.

Aber in der Kreisstadt angekommen, war die Umzieherei noch längst nicht zu Ende. Nach­dem das Landratsamt für einige Zeit zum „Neuen Weg“, der heutigen Kaiserstraße, verlegt worden war, kam es um 1872 an die Ringstraße. Hier hatte Landrat Eugen Freiherr von Loë nach dem Krieg von 1870/71 an der Ecke Ringstraße und Alleestraße für sich ein großes dreiflügeliges Backsteinhaus errichten lassen, wo Wohnung und Büros im gleichen Haus untergebracht werden konnten. Nach dem 2. Weltkrieg ist das Haus Loë übrigens ab­gerissen und dort das Mädchengymnasium erbaut worden.

Jedoch schon um die Jahrhundertwende, als die Räumlichkeiten an der Ringstraße nicht mehr ausreichten, kaufte der Kreis an der Wilhelmstraße 2 die Villa „Daheim“ von Korte. In den Jahren 1906-1907 wurde dann an die Villa zur Ecke Mühlengasse (heute Kaiser-Will­helm-Platz) für 160.000 Mark das neue Landratsamt gebaut. 1920 wurde auch das wie­de­rum zu klein, so dass man außer dem Gebäude Wilhelmstraße 2 noch die Häuser Mühlenstraße 47 und Bonner Straße 15 benutzte. Während und nach dem 2. Weltkrieg wurde das Landratsamt von 1907 durch den Anbau weiterer Flügel erweitert.

1978 konnte der erste Bauabschnitt des neuen Kreishauses in Siegburg von der Verwaltung bezogen werden, dann folgte nach und nach der Einzug in die übrigen Gebäudeteile. Anfang April 2002, direkt nach Ostern, rollten die Ab­riss­bag­ger in der Mühlenstraße. Das war der Start­schuss für das nächste große Bau­vorha­ben, in dessen Zuge zwischen dem Kreishaus und dem Mühlengraben eine schöne und groß­zügige grü­ne Parkanlage entstehen soll. Wo bis vor kurzem noch im alten, fünfge­schos­­si­gen An­bau­trakt neben dem Kreishaus das Kreisgesundheitsamt unter­gebracht war, können voraus­sichtlich ab dem Früh­jahr 2004 die Siegburgerinnen und Siegburger im neu­en „Mühlen­viertel“ bummeln und auf Parkbänken Natur und frische Luft genießen.   (Quelle: Kreis-Archiv)